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Film Maker's Blog

Film Details Jul 05, 2008 12:39AM
Filmtitel Original : "Ein Berliner Haus - Der letzte macht das Licht aus" Herstellungsland : Deutschland Herstellungsjahr : 2005-2008 Filmlänge : 21’ Filmart : Dokumentarfilm Buch und Regie: Alessandro Busá Kamera: Alessandro Busá - Ingo Rech - Rainer Görß - Eve Hurford Schnitt: Megan Berlin Alderson - Ton: Volker Barndt - Postproduktion: Andrè Froelian (Condor Digital Media GmbH) Dialoge : Deutsch Eigenproduktion, Deutschland 2005 Support: VISTA Visualisierungsstudio für Stadtplanung GmbH, Berlin Condor Post Production / Digital Media GmbH, Berlin www.urbanreinventors.net
Reviews german - Ulrike Steglich Jul 05, 2008 12:38AM
„Der Letzte macht das Licht aus“ - Ein Dokumentarfilm von Alessandro Busá über ein Haus und seine Bewohner Stadtplan Mitte, Berlin - Ausgabe April/Mai 2008 Berlin Mitte, 2007. Die Kamera schwenkt über den Alex, fängt Impressionen ein. Unweit des Alex: die Spandauer Vorstadt, die „neue Downtown“, wo exklusive Wohnungen entstehen und sich teure Geschäfte angesiedelt haben. Die meisten Häuser sind bereits saniert. Das, in dem Annika, Manfred, Caspar und Benjamin leben, nicht. Noch nicht. Doch eine Hamburger Immobiliengesellschaft, die das Haus im Jahr 2000 gekauft hat, will nun sanieren. Für Annika, Manfred, Caspar und Benjamin ist es der letzte Sommer in diesem Haus. „Ein Berliner Haus – Der Letzte macht das Licht aus“ heißt der Dokumentarfilm von Alessandro Busá, der jetzt seine Erstaufführung erlebte. Busá ist ein junger Architekt und Stadtplaner, der in Berlin und New York studierte, in Polen, Italien und Deutschland lehrte, er beschäftigt sich vor allem mit Stadtentwicklung und städtischen Entwicklungsprozessen und engagiert sich in vielen Projekten. Derzeit wohnt er in einem Plattenbau an der Rosenthaler Straße. Sein Film ist nur eine knappe halbe Stunde lang, er erzählt von einem alten Mietshaus und seinen Bewohnern - und damit auch ein Stück Entwicklung der Spandauer Vorstadt. Ein Altbau in der Mulackstraße mit graubrauner Fassade, so, wie hier noch vor knapp zwanzig Jahren fast alle Altbauten aussahen. Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Leuten wohnt darin. Annika, die Kabarettkünstlerin aus Westdeutschland, ist 1994 hier eingezogen. „Damals gab es hier überall Nischen, Lücken, in der Straße hatten Anwohner einen improvisierten Spielplatz angelegt.“ Aber die Veränderungen waren schon in Gang, und Annika wurde deren Zeuge: nach und nach wurden die Lücken mit Neubauten gefüllt. Benjamin, der Punk, ist eher wortkarg, er wohnt bereits seit 1989 hier. Caspar ist Choreograph und hat im Friedrichshain ein kleines Theater. Manfred, ein älterer Ostberliner, hatte zu DDR-Zeiten eine Kneipe gemacht, jetzt lebt er von Sozialhilfe. Er wohnt schon lange im Viertel, „damals lebten viele Alteingesessene hier“, und er hat von alten Leuten einiges über das Haus erfahren: dass es früher jüdischen Eigentümern gehörte, dass auch in seiner Wohnung eine jüdische Familie gelebt hatte, die von den Nazis „abgeholt“ worden war, und dass in Annikas Wohnung während der Nazizeit der Blockwart wohnte. Irgendwann wurde aus den so unterschiedlichen Bewohnern so etwas wie eine Wohngemeinschaft, beschreibt Caspar, ein Zusammenhalt entwickelte sich. Den Anfang machte wohl Annika, als sie anfing, den damals noch etwas vermüllten Hof herzurichten und zu bepflanzen: Sie holte Steine, Samen und Setzlinge, nach und nach entwickelte sich der Hof zu einem kleinen, geheimnisvoll-zauberhaften Garten. Caspar hat dann dort Hofkino gemacht, es gab eine Feuerstelle, wo sie an Sommerabenden grillten. Der Film zeigt die Bewohner bei einem Fest zum Sommeranfang des letzten Jahres, Annika singt, man grillt, trinkt und lacht zusammen. Warten auf die Sanierung. Für Benjamin ist schon klar, dass er auszieht: Er erhält vom Eigentümer den „goldenen Handschlag“, er lässt sich rauskaufen. Caspar macht sich über die Entwicklung des Viertels keine Illusionen, „das wird ein teures Wohnviertel“, auch durch die Nähe zum Alexanderplatz. In der Neuen Schönhauser beobachtet Caspar, dass es immer mehr Designerläden und teure Modegeschäfte gibt. Manfred würde gern in seinem Kiez bleiben, wegen der Atmosphäre, er möchte nicht nach Marzahn oder Hellersdorf ziehen müssen. Doch ihm ist schon klar: Nach der Sanierung „werden die Mieten meistens so teuer“. Manfred führt noch ein bisschen durchs Viertel, zeigt dies und das, vergisst auch die „berühmte Berliner Hundekacke“ nicht, die es auch hier reichlich gibt. Es ist ein leiser, unspektakulärer Film, der eine sehr persönliche, individuelle Geschichte erzählt, die Geschichte dieser Bewohner mit dem Haus. Aber es hat in der Spandauer Vorstadt viele solcher und ähnlicher Geschichten gegeben – von Bewohnern, die vor oder kurz nach der Wende in die unsanierten Häuser gezogen waren, die zu Gemeinschaften zusammenfanden, bis das Haus saniert wurde, die Wohnungen teuer wurden, in die in den meisten Fällen andere, solventere Mieter einzogen. Insofern fokussiert Busás Film wie in einem Brennglas noch einmal die Entwicklung des gesamten Viertels. Über die konkrete Geschichte eines Hauses umreißt er in aller Knappheit exemplarisch jenen Prozess, den Soziologen Gentrification oder Aufwertung nennen und den auch die Spandauer Vorstadt binnen kurzer Zeit durchlaufen hat. Gleichzeitig fängt er noch einmal auf ganz unsentimentale Weise die Atmosphäre der 90er Jahre ein, als noch viele Häuser so aussahen wie dieses und ihre Bewohner das Viertel als etwas Besonderes empfanden, weil es von einem besonderen Lebensgefühl geprägt war, von einem Miteinander und der Möglichkeit des Mitgestaltens. Dieser Film erzählt auch von einem Verlust. Ulrike Steglich
Reviews english Jul 05, 2008 12:37AM
Berlin District of Mitte. The camera captures the fading twilight over Alexanderplatz. Not far from there, lies the “New Mitte”, where new apartments, designer stores and office buildings now fill the former urban voids. Most of the tenement houses here have long been renovated. Except the one where Annika, Manfred, Caspar and Benjamin live. This, though, was until a few months ago. Because a realtor from Hamburg has now decided to renovate. For Annika, Manfred, Caspar and Benjamin, this will be the last summer in this house. The film is only about 20 minutes long, but tells the story of a house and its inhabitants, thereby tracing a piece of history of urban redevelopment in Berlin Mitte. - Ulrike Steglich
Nov 06, 2006 08:40PM
"Ein Berliner Haus" - ein Film von Alessandro Busà Nov 05, 2006 09:02AM
Synopsis: Berlin Mitte, 2005. Ein Viertel dessen Gesicht sich in den letzten Jahren rasant verändert hat. Im Zuge der Boomphase des Immobilienmarkts zur Gestaltung einer neuen Downtown, sind hier exklusive Wohnungen und Bürohäuser überall aus dem Boden geschossen. Trotzdem, ging im Rausch dieser Euphorie etwas verloren. Zum Beispiel, ein altes berliner Mietshaus in einer kleinen ruhigen Straße des Scheunenviertels. Und mit dem Haus, seine Einwohner, deren Träume, Erinnerungen, und kleine Stücke ihres Berlins....
Nov 04, 2006 10:23PM

Film Production Blog "berliner_haus"

All about "Ein Berliner Haus - Der Letzte macht das Licht aus" / "Last Summer in Berlin Mitte" Jul 05, 2008 12:26AM
Filmtitel Original : "Ein Berliner Haus - Der letzte macht das Licht aus" Herstellungsland : Deutschland Herstellungsjahr : 2005-2008 Filmlänge : 21’ Filmart : Dokumentarfilm Buch und Regie: Alessandro Busá Kamera: Alessandro Busá - Ingo Rech - Rainer Görß - Eve Hurford Schnitt: Megan Berlin Alderson - Ton: Volker Barndt - Postproduktion: Andrè Froelian (Condor Digital Media GmbH) Dialoge : Deutsch Eigenproduktion, Deutschland 2005 Support: VISTA Visualisierungsstudio für Stadtplanung GmbH, Berlin Condor Post Production / Digital Media GmbH, Berlin www.urbanreinventors.net
"Ein Berliner Haus" - ein Film von Alessandro Busà Nov 06, 2006 08:45PM

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